"Knut Hamsun: 'Hunger', Roman.

Wir erinnern uns nicht, unter der großen Unzahl von Werken, welche wir in der letzten Zeit einer kritischen Beurteilung unterzogen haben, eines gefunden zu haben, welches wir dem obengenannten als gleich wertvoll an die Seite stellen dürfen. Es ist keine Geschichte im alltäglichen Sinne, welche uns Knut Hamsun vorführt, und doch etwas ganz Alltägliches. Ein armes Menschenskind, das hungert. Und darüber 240 Seiten. Nur darüber! Wie ist es möglich, ein so einfaches Thema so ausführlich zu behandeln?...
Würde es uns der Raum gestatten, wir versuchten den Leser eingehender mit dem Inhalte des Romans bekannt zu machen. ...und wir glauben, daß niemand, der diese Zeilen liest, versäumen wird, auch den Roman kennenzulernen. Er wird, wenn er ein Kunstwerk zu würdigen versteht, sich damit einen hohen Genuß bereiten.

Max Ofterberg-Beratoff."


Das konnte man in einer Ausgabe von "Die Gesellschaft", Monatsschrift für Literatur, Kunst und Sozialpolitik von 1891 lesen. 115 Jahre sind seitdem vergangen aber das Wort Hamsuns ist immer noch faszinierend und lebendig.

Was ist in all den Jahren nicht alles über Hamsun in deutschen Zeitungen, Zeitschriften und Büchern geschrieben und gesagt worden! Immer noch findet man Werke von oder über Hamsun in den Regalen der Buchläden und Antiquariate. Nur einen Bruchteil von all dem, was je erschienen ist, wiederzufinden, ja davon kann man nur träumen.

Was vielleicht nicht alle wissen: Es gab auch einmal eine deutsche Knut- Hamsun-Gesellschaft. Diese wurde am 19. Februar 1955 gegründet und im Jahre 1978 aufgelöst. Initiatorin war die Schriftstellerin Hilde Fürstenberg-Mölln aus Lauenburg, eine warmherzige und dynamische Persönlichkeit, die lebte und brennte um Kenntnis über Knut Hamsun und sein Werk zu verbreiten. Von April 1964 bis 1978 gab die Gesellschaft auch das Mitgliedsblatt "Die Waldhütte" heraus. Ich habe mit großem Interesse alle 48 Hefte gelesen. Wenn Sie neugierig geworden sind, können Sie alle Ausgaben in der Universitätsbibliothek Kiel ausleihen. Schade, daß es keinen gab, der weitermachen konnte, als Hilde Fürstenberg aus Altersgründen aufgeben mußte. Hilda Fürstenberg starb in Januar 2005 wenige Wochen vor ihr 103. Geburtstag.

Die umfassenden Sammlungen und Archive der deutschen Hamsun-Gesellschaft wurden an die Hamsun-Gesellschaft auf Hamarøy in Norwegen übergeben, wo sie sich noch heute befinden.

 


© Kirsten Hedvig Rasmussen www.hamsun.at