Hamsun-Festival in Hamarøy 4.-9. August 2009.


Eröffnung des Hamsun-Zentrums in Hamarøy am 4.August 2009.

"Sie redeten und redeten in ihrer wundersame Nordland-Sprache, es gab sonderbare Wörter, unerwartete Wörter, es war an der Schwelle zur Kunst, aber es verliehe ihre Meinungen Ausdruck". August Weltumsegler.

Normalerweise sollten wir ja gar nicht in Hamarøy sein in diesem Jahr: Die Hamsun-Tage sind ja nur alle zwei Jahren 2004, 2006, 2008... Aber heuer gab es das bedeutendste Jubiläum seit langem: Knut Hamsun wurde vor 150 Jahren geboren und was wäre besser als dieses Jubiläum mit Hamsun-Tagen UND Einweihung des neuen Hamsun-Zentrums in Hamarøy genau am 4. August, sein Geburtstag, zu feiern?

Es wurde wirklich DEN besonderen Tag, den wir uns alle gewünscht hatten: Absolut phantastisches Wetter, 6000 fröhliche Menschen in Feststimmung, royale Anwesenheit und ein kulturelles Programm, das nur den Appetit weckte für das üppige Programm der Woche.

Lasst uns es aber chronologisch angehen. Schon am Vorabend den 3. August eine Stunde vor Mitternacht bekamen wir ein Vorspiel zur Woche, ein Vorspiel der für meinen Reisebegleiter zu einer der besten Erlebnisse der Woche überhaupt wurde: der Kabarett "Ja, was war die Liebe? Ein Kabarett über Liebe als Thema in Knut Hamsuns Werken". Die Schauspielerin Anneke von der Lippe, der Literatur-Wissenschaftler Nils Magne Knutsen und an der Gitarre Bjørn Klakegg ließen, rezitierten Gedichte, sangen und erzählten um Hamsun selbst und seine Werke herum. Es wurde ein unglaublich schöner Abend: warm, nah und auf hohem künstlerischen Niveau! Dazu kam die historische Ambiente: wir waren zu Gast in Knut Hamsuns Hof Skogheim.
Nachspiel gab es übrigens fast jeden Abend in Skogheim für Mitglieder der
Hamsun-Gesellschaft. Hier konnten wir relaxen, neue und alte Freunde treffen, debattieren und die Ereignisse des Tages diskutieren. Ein hervorragende Initiative der Hamsun-Gesellschaft. Wir alle hoffen, dass es auch im nächsten Jahr 2010 während den Hamsun-Tagen möglich seien wird.

Knut Hamsuns Geburtstag am 4. August fing mit Kranz-Niederlegungen an der Hamsun-Büste in der Nähe vom Elternhaus in Hamsund. Nach einer herzliche Begrüßung von der Direktorin des Hamsun-Zentrums Bodil Børset, ließ Leif Hamsun die Rede seines Vaters, Tore Hamsun, aus den 100. Jubiläumsfeier in Hamarøy am 23.08.1959 und legte einen Kranz nieder - alles sehr stimmungsvoll! Die Schauspielerin Henny Moan ließ Hamsun-Gedichte bevor ein Spielmann uns alle von der Büste zum Elternhaus führte. Hier ging die Feier weiter mit Champagner-Frühstück für fast 800 Leute mit Geburtstagsreden und Gedichte.


Die Büste in Hamsund - Auf den Weg zum Elternhaus - Champagner-Frühstück am Elternhaus

Aus Knut Hamsuns Romane kennen wir alle das Nordlands-Boot, ein schönes und seetüchtiges Gefährt - vielleicht das schönste Schiff seit dem Wikingerschiff. Zu Ehren Hamsuns auf sein 150. Jubiläum kam eine Flottille Nordlands-Boote am Nachmittags an den neu restaurierten städtische Kai in Presteid direkt unter dem Hamsun-Zentrum an, ein wunderschönes Panorama genau hier und auf dem Kai und die Ufer des Fjordes entlang voll von Menschen. Der Segeltörn war in Bodø gestartet und hat etlichen Aufregung auf sein mehrtägigen Fahrt erweckt.

"Ein Schiff ist nun Mal ein Schiff, aber ein Boot ist Nichts" August in Landstreicher


Ankunft der Nordlands-Boote in Hamarøy

Dann näherte sich was wir alle sehnsüchtig seit Jahren erwartet haben: Die Einweihung des Hamsun-Zentrums. Mehrere tausend Menschen hatten sich im Laufe des Nachmittags um das Zentrum versammelt und warteten auf den Hauptredner des Tages, IKH Kronprinzessin Mette Marit.

"Auch August ging es gut, er war der Erneuerer und aktiver Geist Poldens, er gönnte sich einen Triumph. Geld war reichlich vorhanden in Polden, die Grundstücke kosteten Tausende, die Arbeiter und Käufer verdienten gut, die Steuern fielen. Der ganze Aufschwung war August zu verdanken, er hat einen Knopf gedrückt und etwas in Bewegung gesetzt, jetzt musste man nur nach seinem klaren Plan weiter machen: Polden zu etwas großes zu machen. Jawohl, sagte August, wir müssen mit der Welt konkurrieren sonst sind wir verloren.."

Die Einweihung wurde gleichermaßen Feierlich und amüsant. Das Programm wurde von August und Pauline (gespielt von Per Kjerstad und Marianne Meløy) präsentiert und kommentiert, jede hatte so seine typischen Nord-Norwegischen Bemerkungen zur Tage und über das Gebäude.


Sørsamisk Theater becirct August - Pauline auf dem Balkon

Rolf Steffensen, Hamarøys beliebter Bürgermeister, hieß uns alle Willkommen in Hamarøy und erinnerte an den langen langen Weg von der erste Hamsun-Büste hier in Hamarøy 1961, über den Anfängen der Hamsun-Tagen in 1982 bis zur Einweihung des Hamsun-Zentrums heute. Ein wichtiges Thema dabei war "Versöhnung", ein Thema dass man lange praktiziert hat in Hamarøy - sowohl in Verhältnis Hamsun/Norwegen als auch in andere Zusammenhänge in Norwegen und im Ausland.

IKH Kronprinzessin Mette Marit nahm die offizielle Einweihung des Hamsun-Zentrums vor, mit einigen wohl gewählten Betrachtungen zur Thema "Unruhe", wie wir es in der Dualität in Knut Hamsuns ständige Reisen und sein Heimweh nach Nordland sehen und generell in die Unruhe unseres täglichen Lebens und unsere Sehnsucht nach seelische Ruhe.

Die Übergabe der Schlüssel des Zentrums wurde feierlich aber zugleich sehr humoristisch vom Vorsitzenden der Region Nordland Odd Eriksen (mit Unterstützung von August) gemacht, er gab die Schlüssel weiter an die Ressortchefin für Kultur und Umwelt Marit Tennfjord, die die Schlüssel sofort an dem Direktor des Salten Museums Harry Ellingsen weitergab, und er gab die Schlüssel - und die Arbeit! - an die Direktorin des Hamsun-Zentrums Bodil Børset. Alle mit einigen sehr engagierten und vernünftigen Wörtern über die Arbeit, die jetzt das Zentrum beleben soll.

Der norwegische Minister für Kultur Trond Giske eröffnete dann die diesjährigen Hamsun-Tage mit hervorragende Gedanken über unsere Pflicht Knut Hamsuns Erbe zu verwalten und weitergeben und engagierten Statements über das Zentrum wie "guter Architektur muss provokant sein", "das Gebäude ist eckig und haarsträubend wie Knut Hamsun selbst" und "die vielen Millionen Kronen sind in dem Gebäude untergebracht zur Freude von kommende Generationen und können nie in die Schweiz gebracht werden", eine hervorragende Absage an "schwarze Koffer"! Eine kluge, engagierende und humorvolle Rede!


Hamarøys Bürgermeister Rolf Steffensen - IKH Kronprinzessin Mette Marit - Kulturminister Trond Giske

Zwischen den Reden bekamen wir erlesenen Kostproben aus den Konzerten und Theateraufführungen, die wir später in der Woche sehen konnten und noch mehr dazu: Gesang, Tanz, Hamsun-Texte in russischer Sprache, Puppentheater, Musik....

Nach der Öffnungszeremonie gab es geführte Rundgänge im Hamsun-Zentrum, wir erlebten die Uraufführung von Knut Erik Jensens Hamsun-Film "Drømt og oplevet" (Geträumt und Erlebt), der später im Herbst in Norwegischem Fernsehen, NRK, gezeigt wird UND wir bekamen Volksfest auf den Flächen um das Zentrum mit den zwei Folk- und Rockbands Publiners und DDE.

Kurz gesagt: Es wurde ein phantastischer Tag, den wir nie vergessen werden - endlich, nach so vielen Jahren unermüdlicher Arbeit von unzähligen engagierten Menschen, endlich steht das Hamsun-Zentrum hier und warten darauf mit Leben gefüllt zu werden. Dies ist doch das Beweis, was erreichbar ist, wenn Menschen solidarisch an einem gemeinsamen Ziel arbeiten!


DDE und Publiners vor 6000 begeisterten Fans

Wie im jeden Jahr während den Hamsun-Tagen waren die kulturellen Angeboten überwältigend und hier soll nur aus einigen Veranstaltungen berichtet werden - sonst werden Sie nicht weiter lesen :-)

Einer unserer absoluter Höhepunkte wurde die Aufführung von "Hunger" im Theatersaal des Hamsun-Zentrums. Ein ausgesprochen schwarzes, unheimliches und morbid faszinierendes Puppentheater, wo die zwei Puppenführer eigentlich die ganze Zeit auf der Bühne zu sehen waren, aber wo man trotzdem nur die Puppen wahr nahm. Ich hätte nie geglaubt, das man Hunger als Theater aufführen konnte, aber Licht, Geräusche und vor Allem die Choreographie und die exakt präzise Bewegungen der Puppenführer vermittelten Hunger/hungern fast physisch. Spitze!
Die Aufführung war entstanden in Zusammen Arbeit zwischen Pickled Image, TinkerTing und Figurteatret i Nordland. Diese Vorstellung MUSS einfach auch im Ausland gezeigt werden! Sehen Sie unbedingt die Vorstellung falls Sie die Möglichkeit bekommen sollten!


Figurteatret i Nordland: Hunger. (links von der Abendvorstellung, mitte und rechts von der Eröffnung)

Die Hamsun-Tage hat immer zu Treffen mit aktuellen Autoren eingeladen, so auch in diesem Jahr. Der Café des Hamsun-Zentrums zeigte sich als idealer Ort für solche Treffen. Herbjørg Wassmo ist ja wohl-bekannt und ihre Leser/innen lieben sie, ins besondere hier in ihre alte Heimat Hamarøy, und sie erzählte und lies aus ihr neues Buch über mehrere Generationen von Frauen.
Morten A. Strøksnes wurde von Arne O. Holm über Hamsun und Amerika befragt. An diesem Treffen konnten wir leider nicht Teil nehmen, aber Jeder berichtete später über ein SEHR spannendes und interessantes Interview!

Ein Eckpfeiler der Hamsun-Tage war und ist das literarische Seminar, wo neue oder besondere Ansichten zu Hamsuns Dichtung präsentiert werden, meistens von norwegische und ausländische Literatur-Wissenschaftler. In diesem Jahr lautete das Thema "Unruhe - Knut Hamsun und der rastlose Mensch". Hier sehen Sie das spannende Programm:

Bodil Børset hieß uns Willkommen. Es war ein schönes Gefühl sich in das neue Hamsun-Zentrum zu setzen mit den anderen erwartungsvollen Teilnehmern.

Der erste Vortrag hielt Literatur-Vermittler am Hamsun-Zentrum Ronald Altinus. Sein Thema lautete "Polden als Treffpunkt globaler Wanderung". Jedes Mal wenn ich Ronald höre, werde ich ein bisschen weiser, Ronald ist ein hervorragender Referent.

Even Arntsen vom Tromsø Universität und Vorsitzender der Hamsun-Gesellschaft hielt einen inspirierenden Vortrag über "Drinnen aber Draußen. Der Wanderer in Hamsuns Dichtung".

Wäre es nicht nahe-liegend die Ruinen des Pfarrhofes draußen als Schauplatz für die nächste Aufführung zu benutzen? Eine Aufführung für Alle, ein wunderschönes Erlebnis mit die Sonnenstrahlen durch den Laub der Bäume hörten wir Ola B. Johannesen aus Hamsuns letztes Buch "Auf überwachsenen Pfaden" lesen. Man konnte fast Hamsuns Stimme erkennen, hier, wo er ein Teil seiner Kindheit verbrachte. Ein sehr emotionales Erlebnis.

Wir zogen dann weiter zur Kirche, wo wir den übrigen Vorträgen des Tages hörten.
Ellen Mortensen vom Bergen Universität nahm uns auf eine interessante Wanderung in "Augusts Sehnsucht nach der Abgrund: Die Natur als tragischer Kraft in Hamsuns August-Trilogie".

Dann schalteten wir um auf Schwedisch. Arne Melberg vom Oslo Universitetät nahm uns mit auf eine Reise im Orient: "Knut Hamsuns Im Märchenland und andere Fantasien über den Orient".

Der letzte Vortrag des Tages kam von Steinar Gimnesvom NTNU. Er sprach lebendig und interessant über "Ein Glücksfall an Mängel: Hamsun - ein sprachlicher Verführer?"

Das neue Auditorium wurde am nächsten Vormittag wieder von erwartungsvollen Menschen eingenommen. Erster Referent war Finn Skårderud mit seinem Thema "UNRUHE". Es wurde ein Hammer von einem Vortrag! Wir nahmen all die Unruhe in Hamsuns Welt war aber auch die in unsere eigene. Ein ausgesprochen kluger und nachdenklicher Vortrag.

Und wir machten weiter mit Unruhe. Per Thomas Andersen vom Oslo Universität sprach lebendig und leicht über "Unruhe und Utopie bei Hamsun".

Britt Andersen vom NTNU sprach wie immer unglaublich lebhaft und klug über das Thema "Nation, Geschlecht, Biopolitik".

Lars Frode Larsen hielt einen unglaublich klugen und nachdenklichen Vortrag über "Hamsuns literarische und politische Verwandlung". Hat man Lars Frode gehört, sieht man wirklich die Entwicklung, die sich durch Hamsuns langes Leben vollzog.

Wir hatten ja alle neugierig im Programm den Punkt "Geheimer Post. Weltsensation!" gesehen und wir hatten alle auf Unterschiedliches getippt.

Selbst neben den spannendsten Vorträgen war "Geheimer Post" wirklich eine Sensation: Das Licht wird ausgeschaltet, das Vorhang geht auf, ein blaues Licht fällt auf ein altmodisches Grammofon. Das Grammofon wird gestartet und wir hören die Stimme Knut Hamsuns das Gedicht zu Bjørnstjerne Bjørnsons 70. Geburtstag rezitieren. Alle waren zu tiefste bewegt und dann bekamen wir die Erklärung: Diese Aufnahme wurde nie veröffentlicht aber es existierte ein Probedruck, dass in einem Nachlass auftauchte. Diesen Probedruck gelang es die Nordlandsbanken zu kaufen und es wurde dem Hamsun-Zentrum zur Einweihung gespendet. Eine Weltpremiere 77 Jahre nach der Aufnahme!

Als das Aufruhr sich endlich gelegt hatte, bekamen wir ein interessanten Vortrag von Zarina Martinez-Børresen vom Oslo Universität - Ran über "Hamsun- Rulfo, Hin und Zurück".

Elisabeth Oxfeldt, Oslo Universitetät, erzählte in dänischer Sprache über "Hamsun und die Reise in den Orient - Menschenwürde, Genre und Kritik der Zivilisationen", der letzter Vortrag des Seminars. Danach gab es einen Ausflug nach Hansbakk, wo es ein Treffen mit dem Autor Åsne Seierstad gab. Ich konnte selbst nicht Teil nehmen, aber alle sagte, dass es ein gelungener Veranstaltung war. Ein herzliches Danke Schön für ein sehr gelungenes literarisches Seminar, das viel Anlass gab Hamsuns vielen Seiten zu entdecken.

Musikalisch gesehen war die Woche - wie immer - voll gepackt mit Konzerten. Es fing schon am Vorabend an mit einem Benefizkonzert zu Gunsten eines Flügels für das Hamsun-Zentrum, mit ortsansässigen Musikern, völlig ausverkauft und mit gutem Erlös für das wohltätige Zweck. Später gab es Konzert mit Mari Boine akustisch, es gab Uraufführung eines Bestellungswerk für Sopran und Klavier zu Hamsuns Texte, es gab Uraufführung des Musiktheaters "Auf überwachsenen Pfaden" in einer Zusammen Arbeit zwischen MiNensemblet und Nordland Theater, es gab Romanzen vom Hamsun und noch eine Uraufführung von Jan Gunnar Hoff zu Texten vom Hamsun. Es ist wirklich bemerkenswert, dass es IMMER Weltpremieren gibt während den Hamsun-Tagen. Diese kleine Gemeinde weit nördlich des Polarkreises ist dermaßen offen und versteht moderne, kontemporäre klassische Musik. Beneidenswert!

Außerdem gab es vom Norwegischen Radio und Fernsehen, NRK, das Studio Sokrates mit Musik von Oofotr, es gab Rock-Konzert am Tranøy Leuchtturm, es gab CD-Release "Forståelsen" mit Otto Henning Kjelstrup zu Hamsuns Texte UND es gab Volksfest sowohl nach der Eröffnung des Zentrums und am Ende des Hamsun-Festivals. Ich habe bestimmt einiges vergessen - Entschuldigung! - aber es gab wirklich so viele Veranstaltungen im Laufe der Woche!

Alle private Kunstgalerien hatten schöne Ausstellungen - wie immer! - und es gab Kunstausstellung im Hamsuns Hof Skogheim und im Gemeindehaus am Elternhaus. Meinem Reisebegleiter gefiel am Besten ein gigantischer Holzplastik von Ketil Nergaard beim Elternhaus und eine Mini-Ausgabe vor der alten Schule - sehr humorvoll und zugleich perfekt: So ist Knut Hamsun!


Ketil Nergaard: Ein Monument für Knut Hamsun? Skulptur Installation.

Was uns in diesem Jahr sehr fehlte, war Theater mit Hamarøy Teaterlag. Ein Truppe von örtlichen Amateure, jawohl, aber diese Truppe gehört einfach zu den Hamsun-Tagen. Es ist immer eine Freude deren Spielfreude, deren Enthusiasmus, deren Humor, deren Ideenreichtum zu erleben, wenn sie Hamsun Romane für die Bühne umschreiben. Aber es ist so gut wie versprochen, im nächsten Jahr ist die Truppe wieder dabei. Wir freuen uns!

Aber Theater gab es trotzdem, Gott sei Dank: Zum Beispiel das wunderschöne Sørsamisk Theater und das außergewöhnliche Nordland Figurentheater, die beide während der Eröffnung spielten und das Theater-in-der-Scheune Aufführung von "Segen der Erde" mit Juni Dahr und Gard B. Eidsvold auf den Hof Kråkmo - genau da, wo Hamsun große teile des Romans schrieb, also auf historischem Boden. Diese letzte Vorstellung sahen wir leider nicht selbst, aber alle, mit dem wir sprachen, waren sehr begeistert von der Aufführung.

Zum Schluss ein kleines ABER... was wir dachten bei der szenische Aufführung von Hamsuns Rede bei seinem Prozess nach dem Kriege, geschrien vom Dach des Zentrums von 4 Schauspielern, darüber schweigen wir.

Dieses letztes ABER ändert nicht im Geringsten an unserem Gesamteindruck von einigen phantastischen Tagen. Diese wiederkehrende Hamsun-Tage zeigen die Freigebigkeit und die Großzügigkeit in Nordland: Solche großartige Erlebnisse kriegen wir (in diesem Jahr wie in jedem Jahr) nur weil die ganze Gemeinde Hamarøys hinter diesem Projekt genannt die Hamsun-Tage steht und weil alle wie die Verrückten schuften vor und während des Festivals (und auch danach mit der Aufräumung) und das Umsonst! Diesen Einsatz kann man nicht hoch genug loben und wir haben des Gleichen nie anderswo erlebt!

Selbst in diesem besonderen Jahr, wo man unmöglich schätzen konnte, wie viele Besucher auftauchen würden, wurde alles im bewährten Stil genommen: unglaublich warm und herzlich und gleichzeitig mit der Kompetenz, die man sich durch so viele Jahre erarbeitet hat. Die Einwohner Hamarøys zogen aus ihren Häusern um Platz für uns Gäste zu schaffen, sie arbeiteten als Aufsicht bei den Konzerten und den Ausstellungen und sie putzten und stellten nach normaler Arbeitszeit um alles schön und ordentlich vor zu bereiten. Im Hamsun-Zentrum wurde gehämmert und gebohrt bis in die letzte Nacht vor der Eröffnung. Hat jemand einen Preis für freiwillige Arbeit verdient, dann die Einwohner Hamarøys!

Vielen herzlichen Dank für dieses Jahr. Wir sehen uns wieder nächstes Jahr in Hamarøy - zur Eröffnung der Ausstellung im Hamsun-Zentrum in Juni und zu den "üblichen" Hamsun-Tage Anfang August. Wir freuen uns schon!

Sehen Sie das Programm zur Einweihung des Hamsun-Zentrums und zu den Hamsun-Tagen beim Nationalbibliothek oder bei der offizielle Webseite der Hamsun-Tage.

Sehen Sie auch unsere Bildband von der Eröffnung am 4. August 2009 hier: Bilder 4.August.


© Kirsten Hedvig Rasmussen www.hamsun.at